Die Adventszeit ist in Spanien eine Zeit der Ruhe, allerdings nur bis zum 22. Dezember, denn dann findet alljährlich die Loteria de Navidad, die große Weihnachtslotterie, statt. Da es wohl kaum einen Spanier gibt, der nicht bei einer der landesweiten Losverkaufsstellen ein Los erworben hat, ist die Spannung bei der fünfstündigen Bekanntgabe der Gewinnzahlen im Fernsehen groß und jeder hofft auf den millionenschweren Hauptgewinn.
In Spanien ist Weihnachten ein reines Familienfest. Am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, triff sich die Familie zum traditionellen Essen, dem Truthahnbraten. Vor dem ausgiebigen Essen wird meist mit spanischem Sekt, dem Cava, angestoßen. Im Anschluss an die Familienfeier besucht die Familie die Mitternachtsmesse in der Kirche. Diese Messe wird „Misa del Gallo“, also Messe des Hahns, genannt, da ein Hahn als erster die Geburt des Jesukindes bekannt gegeben haben soll. In Orten, wo die alten Traditionen noch lebendig sind, versammelt man sich im Anschluss an die Messe auf dem Dorfplatz zum Abbrennen des Weihnachtsfeuers. Dabei werden Weihnachtslieder gesungen und man tanzt um das Feuer.
Am 25. Dezember kommt die Familie erneut zum mehrstündigen Mittagessen zusammen, bei dem ausgiebig gegessen und geplaudert wird. Ein traditioneller Weihnachtsbrauch im Baskenland ist das Erscheinen des Olentzero. Der Sage nach war Olentzero, der Weihnachtsmann der Basken, ein Arbeiter in einem Kohlebergwerk. Olentzero kommt alljährlich am Heiligabend von den Bergen herunter und bringt den Kindern Geschenke. Allerdings nur den braven Kindern, die bösen Kinder bekommen lediglich ein Stück Kohle.
Die Weihnachtszeit findet ihren Abschluss mit dem Dreikönigsfest am 06. Januar. In der Nacht zuvor kommen bereits die Hl. Drei Könige und bringen Geschenke. Am eigentlichen Dreikönigstag wird ein biblisches Spiel aufgeführt und es gibt einen Umzug, den Cabalgata de Reyes.