Weihnachtsbräuche in Tschechien

Wie in anderen Ländern des christlichen Abendlandes gehören auch in Tschechien die Weihnachtsfeiertage neben Ostern zu den Hauptfeiertagen des Kirchenjahres. In der vorweihnachtlichen Adventszeit ist der erste Höhepunkt für die Kinder der Vorabend des 6. Dezembers, des Namenstages des Hl. Nikolaus. In Tschechien zieht der „Svatý Mikulás“, begleitet von einem Engel und einem Teufel zur Darstellung von Gut und Böse, nach Einbruch der Dunkelheit durch die Strassen und beschenkt die Kinder mit Obst und Süßigkeiten. Dabei werden die Kinder natürlich auch befragt, ob sie im vergangenen Jahr artig waren. Wenn nicht, müssen sie versprechen, dass sie sich im nächsten Jahr bessern werden.

In Tschechien entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte eigenständige Bräuche, die als „tschechische Weihnachten“ bekannt wurden. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest sind geprägt vom Geschenke kaufen, Großreinemachen und Plätzchen backen. Bis Heiligabend muss natürlich alles erledigt sein, denn dann gilt die ganze Aufmerksamkeit dem abendlichen Festmenü. Traditionsgemäß gibt es am Heiligabend eine Fisch- oder Kartoffelsuppe und danach als Hauptspeise panierten Karpfen aus Böhmen mit Kartoffelsalat. Die beiden Weihnachtsfeiertage am 25. und 26. Dezember stehen ganz im Zeichen der Familie. Typische tschechische Speisen an diesen hohen Feiertagen sind Gänse-, Enten- oder Putenbraten mit Knödeln.

In der Welt als einzigartig gelten die kunstvoll geschnitzten böhmischen Weihnachtskrippen. Sie stellen die Geburt Jesu Christi dar, mit dem Jesuskind als zentrale Figur in der Krippe im Stall mit Ochs und Esel, mit Maria und Joseph, den Heiligen Drei Königen Kaspar, Melchior und Balthasar sowie den Hirten mit ihren Schafen. Außerdem kann die böhmische Weihnachtskrippe noch weitere Figuren enthalten wie Handwerker, Bauern, Nachtwächter und auch alles andere, was zu einem Dorfleben gehört.

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