Das Brauchtum Nikolaus geht auf die historische Figur des Bischofs von Myra in der heutigen Türkei zurück. Um diesen ranken sich zahlreiche Legenden, die sich um die Großzügigkkeit des heiligen Nikolaus und seine diversen Wundertaten drehen. Nikolaus ist unter anderem der Schutzpatron der Seeleute und der Kinder, aber auch zahlreicher Berufsstände und Nationalheiliger einiger Staaten wie zum Beispiel Russlands.
Das heutige Brauchtum Nikolaus am 6. Dezember besteht in unseren Breiten darin, dass Kinder einen Stiefel oder einen Gabenteller vor die Tür stellen, damit der heilige Nikolaus ihnen ein Geschenk machen möge, das meist aus Süßigkeiten besteht. Dies geht zurück auf verschiedene Geschichten, die von Nikolaus berichtet werden. Er soll sehr reich gewesen sein und sein Erbe unter den Armen verteilt haben. Unter anderem soll er drei Jungfauen aus einer misslichen Lage gerettet haben: Deren Vater hatte kein Geld für die erforderliche Mitgift, um seine Töchter verheiraten zu können und hatte daher beschlossen, die Jungfrauen zur Prostitution freizugeben.
Der heilige Nikolaus erfuhr von diesem Schicksal und schlich bei Nacht unter das Fenster des Zimmers, in dem die Mädchen schliefen. Er warf nacheinander drei Goldklumpen durch das Fenster, so dass alle drei die Mitgift für eine Hochzeit hatten. Diese Legende diente vermutlich als Auslöser für das Brauchtum Nikolaus, dass die Gaben über Nacht kommen, während die Unschuldigen, also die Kinder, schlafen. Der Gabenteller, Strumpf oder Stiefel soll dem Nikolaus helfen, auf seinem Weg durch die Nacht die Bedürftigen zu finden.
Der heutige Weihnachtsmann mit seinem roten Gewand und seinem weißen Bart hat ebenfalls den Nikolaus zum Vorbild, obwohl er nicht am 6. Dezember sondern zur Weihnacht tätig wird. Das rote Gewand entspricht in der Tat bischöflicher Kleidung aus den Breiten der heutigen Türkei in frühchristlicher Zeit. Die Gebeine des Heiligen sollen sich in Bari in Süditalien befinden, wo bis heute ausgiebige Feiern zu seinen Ehren abgehalten werden und ihm besondere Verehrung zuteil wird.